Leerverkäufe über ETF
Anleger können nicht nur an steigenden Aktienkursen partizipieren, sondern auch von fallenden Kursen großer Indizes profitieren. Mit sogenannten Short ETFs, Exchange Traded Funds, deren Wert bei fallenden Kursen steigt, bietet sich eine unkomplizierte und preiswerte Möglichkeit, Leerverkäufe auf einen Index vorzunehmen.
Am Beispiel eines Short ETF auf den Dax lässt sich die Funktionsweise wie folgt erklären: Ein Short ETF, der ungehebelt den Dax leerverkauft, gewinnt genau ein Prozent an Wert, wenn der Dax ein Prozent sinkt. Auf der anderen Seite fällt der Short ETF aber auch im gleichen Maße, wenn der Dax steigt. Diese Wirkung erzielt der Short ETF dadurch, dass geliehene Aktien verkauft und später optimaler Weise zu einem niedrigeren Kurs zurückgekauft werden.
Die Vorteile eines solchen Investments in Short ETFs liegen auf der Hand. Anleger können zum Beispiel massiv auf fallende Kurse spekulieren und hohe Gewinne erzielen, wenn der Markt wie erwartet fällt. Außerdem bieten sich Short ETFs auch an, um ein Aktienportfolio gegen Verluste abzusichern. Wer beispielsweise die Hälfte des Portfolios in einen Short ETF umschichtet, erleidet abgesehen von den anfallenden Gebühren, keinen Verlust bei fallenden Kursen. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Liquidität der Short ETFs. Sie können täglich über die Börse ge- und verkauft werden, wobei kein Ausgabeaufschlag anfällt.
Auf der anderen Seite ergeben sich natürlich erhebliche Nachteile durch ein Investment in Short ETFs. Zu erwähnen ist hier insbesondere die Wahrscheinlichkeit langfristiger Verluste. Da der Aktienmarkt langfristig immer gestiegen ist, sollte ein Engagement in Short ETFs immer als kurzfristige Spekulation und nicht als langfristige Geldanlage betrachtet werden.